Sakrale Highlights

    Hohe Türme, tiefer Glaube
    Papst Leo III. kam im Jahr 799 persönlich und machte Paderborn zum Bistum. Seither prägen Ordensbrüder und Kirchenfürsten, gelehrte Theologen und christliche Baumeister die Region entscheidend mit. Im Wortsinne herausragendes Beispiel dafür ist der Paderborner Dom mit seinem 92 Meter hohen Turm. Die teils romanische, teils gotische Kathedrale ist rund 700 Jahre alt - und bereits die fünfte Kirche am selben Platz. Einzelne Elemente der Vorgängerbauten blieben jeweils erhalten, wurden Teil des neuen Gotteshauses. Und so geraten geführte Rundgänge durch die Kathedrale stets zu einer anschaulichen und spannenden Baustil-Kunde des Mittelalters.
    Wie tief der Glauben bei den Menschen des Paderborner Landes verwurzelt ist, zeigen zahllose Stätten der Volksfrömmigkeit, denen Wanderer vielerorts begegnen. Etwa auf dem unlängst neu beschilderten Alten Pilgerweg, dessen Ziel die Wallfahrtsstätte Zur Hilligen Seele ist. Die kleine Kapelle im Schatten uralter Bäume zählt zu den schönsten Fotomotiven der Region.
    Um die Vermittlung und Verbreitung des christlichen Glaubens machten sich nicht zuletzt Ordensleute verdient. Dass Klöster zudem Stätten der Bildung, Forschung und der Kunst waren, dass sie als wirtschaftliche Zentren die Entwicklung Europas über viele Jahrhunderte lang prägten, zeigt das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur im ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift Dalheim. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die rund 500 Jahre alte, fast vollständig erhaltene Anlage selbst: In Speisesaal und Schreibstube, Bibliothek und Vorratskeller machen moderne Inszenierungen die historische Funktion der Räume erlebbar.
    Eindrucksvoller Beleg für die Wirtschaftskraft vieler Orden ist die Jesuitenkirche in Büren. Hinter der prachtvollen barocken Fassade verbirgt sich eine ungewöhnlich kostbare Ausstattung im Rokoko-Stil. Besonders eindrucksvoll sind die Abbildungen an den Decken des Kirchengewölbes sowie die feinen, pastellfarben eingearbeiteten Stuckarbeiten.
    Andere Zeiten, andere Stile: Die Salvatorianer ließen in den 1920er-Jahren die vergleichsweise bescheidene Kapelle ihres Kollegs in Hövelhof vom Jugendstilmaler Heinrich Repke gestalten. Weder prunkvoll noch protzig, aber von einer künstlerischen Qualität, die in Norddeutschland vergeblich ihresgleichen sucht.

    Kreuzgang_Dalheim

    Kreuzgang im Kloster Dalheim

    Jesuitenkirche

    Jesuitenkirche in Büren

    Dom

    Hoher Dom zu Paderborn

    Kloster_Dahlheim

    Kloster Dalheim